/Portrait

„Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!“

Kirsten Bruhn, 1969 in Eutin geboren, ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten im deutschen Behindertensport. Die Handicap – Weltklasseathletin betreibt seit ihrem zehnten Lebensjahr Leistungsschwimmen. Der Schwimmsport liegt in der Familie: Ihre Eltern und vier Geschwister sind alle Leistungsschwimmer bzw. Wasserballspieler.

Auch ein Motorradunfall, bei dem sie 1991 eine inkomplette Querschnittslähmung (Ausnahme: vordere Oberschenkelmuskulatur) erlitt und seitdem auf den Rollstuhl angewiesen ist, konnte ihr die Leidenschaft zum nassen Element nicht nehmen. Enorme Willensstärke und grenzenlose Motivation sind bezeichnend für die außergewöhnliche Athletin: „Wir müssen immer Grenzen überschreiten, seien es soziale, emotionale oder energetische.“

Kirsten Bruhn zählt zu den schnellsten Handicap-Schwimmerinnen der Welt und wird gerne mit Franziska van Almsick verglichen. Bei den Paralympics 2004 in Athen gewann sie Gold über 100 Meter Brust, zweimal Silber und einmal Bronze. Allein im Jahr 2005 stellte sie neun Welt-, elf Europa- und 15 deutsche Rekorde auf und stieß damit die Tür zu neuen Dimensionen in ihrer Startklasse auf.

5 Medaillen bei den Paralympics in Peking – das ist die beeindruckende Bilanzvon Kirsten Bruhn!
Nachdem sie im Vorlauf schon Weltrekord schwamm, gewann sie mit 16 Sekunden Vorsprung souverän Gold auf ihrer Paradestrecke 100 m Brust. Außerdem gewann die Ausnahme-Athletin einmal Silber und dreimal Bronze, eine Medaille mehr als bei den Paralympischen Spielen von Athen. Kirsten Bruhn ist somit die erfolgreichste Starterin der 171 deutschen Paralympioniken.

2004, 2005 und 2008 wurde die hübsche Ausnahmeathletin wegen ihrer herausragenden Leistungen zur „Sportlerin des Jahres mit Handicap“ gekürt. Dass sie auch international große Anerkennung genießt, beweist die Nominierung zum Laureus Sport Award 2006 in Barcelona als einzige deutsche Vertreterin.

Neben ihrem Job bei einer Krankenkasse steht bei Kirsten noch einiges auf dem Tagesprogramm: nach mehreren Stunden im Wasser folgen Kraftsport und kombiniertes Training im Becken. Wie alle Athleten, erzählt Kirsten, sei sie aber einfach dem Leistungssport verfallen.

Mit der gleichen Leidenschaft wie sie den Profisport betreibt, gibt sie Vorträge über ihre emotionale Lebensgeschichte. Durch ihre charismatische Ausstrahlung und die mitreißenden Erzählungen entfacht sie das Feuer in den Augen ihrer Zuschauer.

/Erfolgsbilanz

Weltrekorde:
44 Weltrekorde (15 Weltrekorde kurze Bahn, 29 Weltrekorde lange Bahn)

Europarekorde:
50 Europarekorde (15 Europarekorde kurze Bahn, 35 Europarekorde lange Bahn)

Paralympische Rekorde:
2 Paralympische Rekorde (2004 Athen und 2008 Peking)

Deutsche Meisterschaften: 71 Deutsche Meistertitel
Medaillen: Gold: 71, Silber: 11, Bronze: 6

Weltmeisterschaften
Weltmeisterschaften 2006 in Durban /Südafrika: 2 Weltmeistertitel
Medaillen: Gold: 2, Silber: 3, Bronze: 1

Paralympics:
2008 in Peking: 1 x Gold, 1 x Silber, 3 x Bronze
2004 in Athen: 1 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze

Auszeichnungen:
2004, 2005, 2008: Sportlerin des Jahres mit Handicap
2004, 2007 Sportlerin des Jahres in Schleswig-Holstein
2006 Nominierung zum Laureus Sports Award in Barcelona (Kategorie: Sportler mit Handicap), als einzige deutsche Sportlerin
2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008 Sportlerin des Jahres in Schleswig-Holstein vom Kreissportverband
Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes 2005

/Ziele

2010 Weltmeisterschaften Eindhoven / Niederlande
2011 Europameisterschaften in Berlin
2012 Paralympics in London